Das 1 x 1 des Weins – Welcher Wein zu welchem Essen?

In unserem letzten Artikel haben wir Ihnen ein Rezept für Grissini zum entspannten Abend bei Wein und guten Gesprächen verraten. Immer wieder stellt sich die Frage, welcher Wein passt zu welchem Essen? Wer könnte uns bei dieser Frage besser zur Seite stehen, als Philipp Bremer? Der Inhaber unserer Weinhandlung des Vertrauens, hat sich für diese Herzensangelegenheit Zeit genommen und verrät uns exklusiv einige Tipps, die er normalerweise in seinen Weinseminaren zum Besten gibt.
Regel Nummer eins:

„Es gibt keine Regeln.“

Das, so der sympathische Fachmann, sagt er den Gästen in seinen Seminaren immer als erstes. Für ihn seien es Empfehlungen, aber letztendlich geht es beim Wein um den persönlichen Geschmack und was einem schmeckt, das kann jeder am besten selbst beurteilen. „Gerade wenn es um Wein geht, kursieren so viele Regeln,“ so Bremer, „das verunsichert viele und nimmt den Spaß an der Sache.“ Stimmt. Wie oft haben wir schon von uns selbst behauptet, dass wir keine Ahnung von Wein haben, während wir bei anderen Lebensmitteln ganz genau wissen, was uns schmeckt und was nicht? Umso befreiender ist es doch zu wissen, dass wir diesen Druck, fachkundig sein zu müssen, um Wein trinken zu dürfen, einfach mal beiseite schieben können?

„Wissen muss man eigentlich gar nichts – man sollte nur seinem Geschmack vertrauen.“

So weit so gut. Aber trotzdem möchte man doch, dass Wein und Essen miteinander harmonieren? Da gibt uns Philipp Bremer recht und hat deshalb eine schöne Metapher zur Orientierung:

„Bei Wein und Essen ist es wie in einer guten Beziehung – Jeder sollte bestmöglich zum Ausdruck kommen.“

Es geht also eher um Ausgeglichenheit. Ausgangspunkt ist dabei die Intensität des Essens. Ein intensiv schmeckendes Gericht, verträgt auch einen charaktervollen Partner. Bremer betont, dass es dabei weniger auf Rot- oder Weißwein ankommt. „Wenn ich keinen Rotwein mag, bringt es einfach nichts, Rotwein zum Essen zu trinken, auch wenn er besser passen würde.“ Intensität sei dabei nicht nur an Aromen festzumachen, denn ein Wein besteht aus mehr: Es geht um Süße und Säure genauso wie um den Körper des Weins.
Ein weiterer Anhaltspunkt ist die Regionalität: Zu deutscher Küche passt ein deutscher Wein. Zu einem mediterranem Gericht eben auch ein Wein aus der Region. Zu asiatischer Küche aber passe auch ein deutscher Wein sehr gut, da hier das Spiel mit Süße und Säure ausgeglichen ist. Scharfes Essen dagegen verträgt keinen trockenen Wein.

Ein Beispiel: Bei einem sehr würzigen Gericht, das zum Beispiel mit Kräutern wie Rosmarin und Thymian kommen Philipp Bremer sofort Bilder der Provence in den Kopf. Er würde deshalb einen Wein aus Frankreich empfehlen. Ein italienischer Wein würde aber auch sehr gut passen. Hauptsache, man entscheidet sich in diesem Fall für einen Begleiter, der genauso charaktervoll ist wie die eingesetzten Gewürze.

Klingt einfach und logisch oder? „Ist es im Grunde auch“, bestätigt der Fachmann, „wir sollten einfach die Angst vor dem Richtig oder Falsch ablegen.“

Also, vertrauen wir doch in Zukunft unseren Sinnen und unserem Geschmack – damit sind wir am besten beraten.

Viel Spaß beim nächsten Weinkauf wünscht Ihnen,

Ihr Hotel-Team

 

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