Das Pickick – Von Dekadenz zum Lifestyle

In freier Natur weitet sich das Herz: Unser Leben wird intensiver, aber auch entspannter.  Was innerhalb der heimischen vier Wände ein banales Alltagsritual ist, wird unter freiem Himmel zum Ereignis. Wie anders wäre sonst zu erklären, dass das Speisen im Freien uns so fasziniert? Durch alle Zeiten und alle Kulturen hindurch ist belegt, dass Menschen sich im Freien trafen, um dort gemeinsam zu picknicken, dies als etwas Besonderes empfanden und ihr Picknick entsprechend zelebrierten.

Die Geburtsstunde des Picknicks schlug mit der Industrilaisierung, als Menschen mit Vergnügen gerne den Komfort der heimischen Küche verließen, um das gemeinsame Mahl im Freien zu genießen. Die übersättigten Adligen suchten beim sinnlichen Genießen Abwechslung und etwas Neues, die Arbeiter in den Fabriken und engen Mietwohnungen sehnten sich nach frischer Luft. Die immer enger werdenden Städte lösten eine Sehnsucht zur Rückker in die Natur aus, so dass die Dekadenz der Adligen schnell zum Trend wurde und geradezu eine sonntägliche Massenbewegung aufs Land auslöste.

Der hierzulande gebräuchliche Begriff „Picknick“ kommt aus dem französischen Pique-Nique, das Aufpicken einer Kleinigkeit, und ist erstmals im Jahr 1649 belegt. Sehr bald wurde er zum Synonym einer Zusammenkunft, deren Kosten man sich gemeinsam teilte.

Die prächtig ausgestatteten Picknickkörbe, die aufgrund ihres nostalgischen Charmes heute wieder viel gefragt sind, wurden dann im späten 19. Jahrhundert in England erfunden. Es folgte die Bereichung der Picknick-Kultur durch die Erfindung des Kartenspielers Lord Sandwich. Die einhändig zu essenden Brote sind bis heute Tradition beim englischen Picknick und selbst beim Royal Ascot ein Must-Have.

Für einen weiteren Fortschritt sorgte – wenn auch ungewollt – der britische Physiker James Dewar. 1892 hatte er ein innen verspiegeltes Glasgefäß mit zwei Wänden erfunden, in dem er Seren und Impfstoffe kühl hielt. Der deutsche Glasbläser Reinhold Burger kam dann auf die Idee, den Gebrauch des Gefäßes auf das Warmhalten von Getränken auszuweiten. Er umkleidete die doppelten Wände mit Metall und taufte es „Thermosflasche“.

Die jüngste für das Picknick relevante Erfindung erfolgte dann in den USA:Der Tuppertopf. Earl Tupper entwickelte die Millionenidee der sicher zu transportierenden Frischhalte-Dose, als er nach dem Zweiten Weltkrieg mit Polyethylen experimentierte.

Zugegeben, ein Picknick ist per se alles andere als praktisch. Aber das nehmen wir für das Gefühl, im Freien enstpannt mit lieben Menschen zu geniessen, doch sehr gerne in Kauf. Und was nach einem Tag in der Natur mit ausgedehntem Picknick bleibt, ist das wunderbare Gefühl von Freiheit und Unbeschwertheit.

Wir wünschen Ihnen ein wunderbares Wochenende, machen Sie es sich schön!

Ihr Hotel Team

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