Dritte Orte – Zeit und Raum für Sich

In hochmobilen und vernetzten Zeiten haben wir immer öfter das Bedürfnis nach Orten, an denen wir Sein können, Zeit für uns haben. Abseits von Hektik und Stress können wir neue Kraft tanken, Lösungen finden, zur Ruhe kommen.
 Das geht am Besten an Orten, die noch nicht von Verpflichtungen besetzt sind, an Orten, die für geistige Freiheit und für Wohlbefinden stehen. Orte, an denen wir uns wohl – ja, irgendwie zu Hause fühlen – sogenannte „dritte Orte“. 
Der Begriff des dritten Ortes, der „Third Place“ geht auf den Soziologen Ray Oldenburg zurück: Nach seiner Auffassung ist der erste Ort unsere Wohnung, der zweite Ort unsere Arbeit – der dritte Ort ist dagegen weniger klar und kann für jeden etwas anderes sein. In seinem ursprünglichen Sinn steht er für Plätze, an denen sich Menschen versammeln und begegnen, wie Cafés, Museen, Bibliotheken, Theater, Kinos, Buchläden oder Kirchen. Orte, an denen man Erholung findet, etwas erlebt, sich geborgen fühlt und mit anderen austauscht. Es geht bei diesen Orten also auch um den sozialen Aspekt und um die Reflexion der eigenen Umwelt. 
In der Definition von Oldenburg sind dies vor allem traditionelle Plätze, wie der Stammbäcker oder Friseur – Orte, die seit jeher für den Austausch standen. Heute sind dies aber auch Bars, Citygärten und sogar Shoppingzentren. Der dritte Ort kann aber auch ein gedanklicher Raum sein – wie Bücher, Briefe und Erinnerungsstücke. Dann ist der „Third Place“ eher als Raum, denn als Ort zu verstehen. Orte, die als Stärkungsmittel für den Geist stehen, sind dementsprechend individuell und sind auch nicht starr. Es ist nicht zwingend immer ein und derselbe „Third Place“– je nach Situation und nach Lebensphase kann das variieren sein. Ray Oldenburg hat sich seinen eigenen dritten Ort zum Beispiel zu Hause eingerichtet – seine umgebaute Garage ist Treffpunkt für Freunde und Rückzugsort zugleich. Für jemand anders ist es der eigene Garten oder der Wald, in dem man schon seit der Kindheit mit dem Großvater spazieren gegangen ist. Vielleicht aber auch etwas ganz anderes…
Was und wo es auch immer ist: Wenn Sie an ihrem dritten Ort sind, beobachten Sie einfach mal, wie Sie sich verändern – wie ist ihre Stimmung, Wahrnehmung, ihre Gedanken? Nur, wenn wir den dritten Ort voll auskosten, ihn bewusst wahrnehmen, gibt er uns neue Kraft und Stärke für den hektischen Alltag.

Eine gute Zeit wünscht Ihnen,
Ihr Hotel Team

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