Frühlingsgefühle: Loslassen und sich öffnen

Winter ade! Scheiden tut weh! Aber dein Scheiden macht, dass mir das Herze lacht…

Jeder von uns kennt diese einfachen, aber unglaublich wahren Zeilen, mit denen der Frühling begrüßt und der Winter verabschiedet wird. So kurz und einprägsam dieses Lied ist, so zielsicher bringt es auf den Punkt, was wir zu Beginn des Frühlings spüren:
Die berühmten Frühlingsgefühle erwachen, wir haben Lust auf Neues, auf Veränderung, auf Abschied vom Alten und Verstaubten. Der Frühjahrsputz ist eine treffende Metapher für unser Seelenleben, das beschwingt von den ersten Sonnenstrahlen Platz schaffen will für den Wandel.

Und so sehr wir uns nach Neuem sehnen, es hat auch immer etwas mit Abschied und Loslassen zu tun: Das Entrümpeln unseres Kleiderschranks und die damit verbundene Trennung vom Alten, mag uns manchmal schwer fallen, hat aber vor allem eine reinigende Wirkung. Vielleicht erinnern uns bestimmte Kleidungsstücke an bestimmte Situationen und rufen so auch immer Erinnerungen in uns hervor, die uns emotional, nostalgisch oder melancholisch werden lassen. Entrümpeln ist verbunden mit Selbstreflexion und der Auseinandersetzung mit uns selbst. Der erste Schritt, loszulassen und uns für Neues zu öffnen.
Bei unserem Kleiderschrank mag uns das noch einigermaßen leicht fallen, wir entscheiden ziemlich schnell und nach bestimmten Kriterien wie: Passt nicht mehr, haben wir noch nie getragen, ist nicht mehr zeitgemäß oder verwaschen. 
Bei abstrakteren oder größeren, weniger banal erscheinenden Aspekten wie Gewohnheiten, Glaubenssätze, Wohnort, Job oder Menschen, fällt es uns dagegen schwer, loszulassen. Oft halten wir noch immer am Ex-Partner fest, pflegen Freundschaften, die uns eigentlich gar nicht gut tun oder halten an Glaubenssätzen fest, die uns blockieren. Dass wir ungern loslassen, liegt nicht an unserem fehlenden Durchhaltevermögen, sondern schlicht an Angst. Diese Angst vor Abschieden ist ganz natürlich: Wir alle sind Wesen, die Bindungen brauchen – sie sind elementar für uns. Jedes Loslassen bedeutet auch immer ein Abschied-nehmen und damit ein Stück Ungewissheit. Wir verlassen sozusagen unsere Komfort-Zone und damit müssen wir uns erst einmal anfreunden.
Dieses Anfreunden an etwas Neues, verbunden mit dem Loslassen ist ein Prozess. Es gibt nicht den Moment der Erleuchtung, ab dem alles anders ist. Es ist ein Prozess des Erkennens, was man loslassen möchte. Das kann mitunter auch Jahre dauern. Ab dem Moment, wenn wir erkannt haben, was wir loslassen möchten – und auch sollten, weil es uns besser damit gehen würde, können wir uns damit beschäftigen, wie unser Leben aussehen würde, wenn wir loslassen würden: Für was haben wir dann Platz in unserem Leben? Wie sehen wir uns selbst, wenn wir es schaffen, loszulassen? Die positive Visualisierung hilft uns, uns selbst die Angst vor dem Ungewissen, Neuen und dem Abschied zu nehmen. Wenn wir eine Vorstellung davon haben, wie unser Leben aussieht, wenn wir das, was uns belastet, loslassen, können wir die Veränderung aktiv angehen.
Dafür braucht es neben Mut vor allem Zeit und Muße: Wenn wir zur Ruhe kommen, haben wir die notwendigen Ressourcen und unser Gehirn genug Energie. Zum Loslassen brauchen wir Energie – Energie, die wir auch im Alltag auf einfache Weise tanken können, indem wir unserem Kopf kleine Oasen der Ruhe schaffen. Beim Tagträumen geht das sehr einfach. Dann ist unser Kopf auf Autopilot gestellt und die Gedanken können einfach ziehen. Wir kommen zu neuen Erkenntnissen, Ideen und Visionen. Hier können wir uns gut reflektieren – der erste Schritt zum Loslassen.
Viele von uns können aber in ihrem stressigen Alltag kaum solche Oasen integrieren. Dann hilft uns ein Spaziergang im Grünen oder eine kleine Auszeit in einer unbekannten Umgebung, um uns einmal wieder zu erden und sozusagen den Reset-Knopf zu drücken. So können wir dann auch wieder Energie und Mut für Neues und Veränderungen tanken.

Apropos Veränderungen: Die müssen gar nicht immer groß und einschneidend sein. Auch kleine Veränderungen können viel bewegen und uns zufriedener machen. Warum das so ist, erfahren Sie in unserem Artikel „Vom Frühling, Neuanfang und heilsamen Veränderungen“.

Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit voller Tatendrang und Energie,

Ihr Hotel Team ❤️

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