Tee – Comeback eines Kultur-Getränks

Zur Zeit erobert der Cheese-Tea die öffentliche Aufmerksamkeit und setzt das Kultur-Getränk Tee damit ganz neu in Szene – die Zeiten, in denen Tee als geschmackloser Trunk bei Grippe und Co. herhalten musste, sind längst vorbei. Heute erobern eine Vielzahl an Teesorten in hübschen Verpackungen unsere Herzen. Grund genug, dem einmal auf den Grund zu gehen – wir sprachen mit Birgit Sacher vom Teekontor in Quedlinburg.

 

Tee feiert gerade ein Come-back – woran liegt das?
Come-back? Bei einer 5000 Jahre alten Teekultur,  würde ich sagen – er war nie weg.
2014 wurde erstmals über 5 Mill. Tonnen Tee produziert. Somit ist Tee das populärste Getränk der Welt.
Dabei ist Schwarztee mit 71% in Deutschland an erster Stelle.
Dass die Zeremonie rund um’s Teetrinken gerade ein Come-back feiert, liegt vielleicht an unserer stressigen Zeit. Sich bewusst einen Moment von Hektik und Alltag zurückziehen, den Tee zu riechen, zu schmecken und sich ganz dem Augenblick zu verschreiben – klingt wie ein kleiner Urlaub vom Alltag, nach dem wir uns immer öfter sehnen.

Woran erkenne ich einen guten Tee?
Indem man sich auf den eigenen Geschmack verlässt und oder sich von den Blattgradeinteilungen leiten lässt –
Diese sind durch die Buchstaben OP bis SFTGFOP, die man unter den Teenamen findet und die die Größe der Teeblätter umschreiben. Diese werden entsprechend nach dem Welken, Trocknen, gesiebt und sortiert:
Blätter werden zu Blatttees, die zu “Broken” gebrochen werden, die kleineren Anteile zu „Fannings“ und „Dust“. Diese finden sich dann in herkömmlichen Teebeuteln. „Broken“ kommt generell in allen Tees vor.

Kurz gesagt, je mehr Buchstaben, desto hochwertiger der Tee:
OP  „Orange Pekoe“ beschreibt eine einfache Qualität – Orange hat nichts mit der Frucht zutun, sondern bezieht sich auf das niederländische Königshaus.
STFGFOP   „Spezial Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe“ steht für die beste Qualität und ist nur in besonderen Ernten zu finden, „Tippy“ bezeichnet die kleinen goldenen Spitzen, die man im Tee findet und ist ein Qualitätsmerkmal.

Welche Teesorten sollte ich mit kochendem Wasser aufgiessen, welche nicht?
Tee ist generell der Aufguss aus den Blättern des Teestrauches.
Grüntee mit seinen Variationen Weißer, Gelber, Oolong wird als einziger Tee mit einer Temperatur unter 90 Grad
aufgegossen, alle anderen Teesorten werden mit kochendem Wasser aufgegossen.

Süßungsmittel im Tee – gute Idee oder No-Go?
Bei mir persönlich ein NO GO, aber wem es süß schmeckt… auch hier entscheidet der individuelle Geschmack.
Süßungsmittel gibt es viele und oft bringen sie ihren eigenen Geschmack mit, das sollte man bedenken.

Wie bewahre ich Tee am besten auf?
Immer dunkel, kühl und trocken. Wenn Aromen dabei sind, dann maximal 1,5 Jahre, denn sie verflüchtigen sich schnell.

Immer häufiger ist die Rede vom Kaffe-Tee oder auch Cascara – aber was ist das eigentlich und was ist das besondere?
Cascara ist ein teeähnliches Getränk, also ein Aufguss aus den Schalen der Kaffeekirsche.
Früher auch gerne als „Kaffee der armen Leute“ bezeichnet, wurde er mit Honig, Zimt, Ingwer und Kardamom gewürzt und heiß oder kalt getrunken.
Cascara hat reichlich Koffein, viele tolle Aromen und Nährstoffe und wir hierzulande seit einigen Jahren als koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk gehandelt.

Was sind Tea-Shots?
Das ist wie beim Espresso oder Mokka: Viele Teeblätter werden mit wenig Wasser aufgegossen oder in der Maschine zubereitet.
Es entsteht ein intensives Aroma mit einer guten Portion Koffein. Da sollte jeder von uns munter werden.
Ein guter kräftiger Tee ist die Grundlage. Auch hier: Wem es schmeckt, mit Zucker.

Detox-Tees – Mythos, Wahrheit oder irgendwas dazwischen?
Ein Trend, der vor ein paar Jahren aus den USA zu uns rüber schwappte.
Detox-Tee soll entgiften, entschlacken und sogar beim Abnehmen helfen. Sie versprechen Vitalität und suggerieren
Gesundheit.
Manchmal ist wohl noch Grüntee, wie Matcha oder Senna (wirkt abführend) enthalten.
Hier ist jeder Einzelne gefragt, selbst zu schauen, was in den vielen Variationen des Trendgetränks tatsächlich enthalten ist.
Und vielleicht auch die Aussagen hinter dem Detox-Versprechen zu hinterfragen …

Deine liebsten Tee-Sorten für den Herbst und Winter 2017?
Bei Schwarztee, der Blatttee „TGFOP Hatimara“: Toll mit braunem Kandis und Sahne und Rum, wenn`s kalt ist
oder pur zum Frühstück.
Schön weihnachtlich sind Früchtetees, wie die Sorte „Gebrannte Mandel“, ein Klassiker und wird wie jedes Jahr an den Adventswochenenden im Ausschank bei uns gerne getrunken. Mein persönlicher Liebling ist die Sorte “Himmlische Feige”.
Der Kräutertee „Relax“ geht immer – optimal nach einem arbeitsreichen Tag zum Entspannen.
Und wenn einem die Tage einmal zu grau und dunkel vorkommen: Der Rooibuschtee „Schokoglück“
umfängt warm Herz und Seele 🙂

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Beitrag teilen: