Wellness-Urlaub reloaded: Jetzt wird sportlich therapiert!

Ausschlafen, dem Alltag entfliehen und die Seele baumeln lassen — diese Wünsche stehen wohl auf den meisten To-do-Listen für den kleinen Urlaub zwischendurch ganz weit oben. Dicht gefolgt von den Vorhaben, die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu besuchen oder dem Körper etwas Gutes zu gönnen. Warum Letzteres nicht immer Wellness, Sauna und Therme sein muss, erklärt Hartmut Wiese, Golf- und Sportphysiotherapeut im Hotel am Brühl.

Ein Physiotherapeut mit einem eigenen Behandlungsraum im Hotel — wie kommt man denn auf die Idee?

Wiese: Nach vielen Jahren als Teamphysiotherapeut wollte ich mein Know-how aus dem Profisport auch Hobbysportlern und allen Menschen, die sich fit und beweglich halten möchten, zugänglich machen. Und um sich einmal von Kopf bis Fuß durchchecken, beraten und behandeln zu lassen, dafür eignet sich ein Kurzurlaub doch ideal! So habe ich dann ein Zimmer im Hotel meiner Frau ausbauen lassen, in dem ich seit Mitte 2014 sportphysiotherapeutische Behandlungen anbiete.

Welche Behandlungen sind das genau und wer profitiert davon besonders?

Wiese: Zuerst einmal kann man sich bei mir ganz klassisch massieren lassen. Das ist nicht nur zum Relaxen super, sondern lokalisiert und löst auch Verspannungen. Wer Beschwerden am Bewegungsapparat hat oder diesen vorbeugen möchte, empfehle ich die manuelle Therapie. Hier beginne ich immer mit einer ausführlichen Diagnostik.

Was passiert bei der Diagnostik?

Wiese: Jeder Mensch ist anders, bewegt sich individuell und hat persönliche körperliche Merkmale. Im Zusammenspiel mit seinem Lebensstil, der beruflichen Tätigkeit und sportlichen Hobbys entstehen nicht selten Dysbalancen, die chronisch werden und zu Beschwerden führen können. Auch wenn das noch nicht der Fall ist, lohnt sich eine Diagnostik, damit sich ungünstige Bewegungsabläufe nicht manifestieren. Mein erster Blick gilt hierbei immer der Haltung des Patienten, der Bewegungsfähigkeit und seinem Beschwerdebild. Bei der Diagnostik ertaste und bewege ich, frage nach und lass den Patienten auch mal ein bisschen auf der Stelle laufen. Daraus lässt sich eine Menge ablesen.

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Wie geht es dann weiter?

Wiese: Wenn sich Dysbalancen, Verspannungen oder sogar Beschwerden zeigen, berate ich den Patienten gezielt. Hier geht es in erster Linie darum, die Ursachen zu finden, um sie möglichst abstellen zu können. Gründe für Beschwerden sind nicht immer nur physischer Natur. Auch die Psyche spielt eine große Rolle, daher lasse ich sie nicht außer Acht und kläre im Zweifel auch mal die persönlichen Stress-Trigger oder die aktuelle Lebenssituation. Gezielte Trainings- und Behandlungsempfehlungen komplettieren meine Leistung. Im Anschluss an die Diagnostik versuche ich natürlich, das Befinden durch Sportmassage und/oder manuelle Therapie an Ort und Stelle zu verbessern. Meist geht es den Patienten schon nach den ersten Behandlungen deutlich besser und sie können ihren Kurzurlaub doppelt genießen.

Wer genau nimmt Ihre Dienste in Anspruch?

Wiese: Viele Hotelgäste kommen über das Massage-Angebot zu mir und werden sich dann bewusst, dass ich ihnen noch viel mehr bieten kann als eine Rückenmassage. Einige buchen das Hotel sogar regelmäßig wegen der sportphysiotherapeutischen Möglichkeiten. Darunter sind auch Profisportler, insbesondere Golfer, die sich bei mir auf anstehende Turniere vorbereiten. Den einen oder anderen Pro begleite ich schon über Jahre.

Was schätzen Golf-Pros an Ihrer Betreuung?

Wiese: Wahrscheinlich, dass ich das Beste beider Welten vereine: Ich bin nicht nur seit Jahrzehnten als Sportphysiotherapeut tätig, sondern stehe auch selbst in jeder freien Minute auf dem Golfplatz. Mit einem Handicap von 9 weiß man schon ganz gut, worauf es Golfprofis ankommt. Die speziellen, meist einseitigen Belastungen, der psychische Stress beim Kampf gegen sich selbst — all dies sind Faktoren, die Golfer besonders anfällig für Dysbalancen machen. Und die wiederum können auch in geringer Ausprägung große Auswirkungen auf die sportliche Leistung haben.

Zum Beispiel?

Wiese: Ich erzähle immer wieder gerne die Anekdote vom Pro, der plötzlich unter starkem Leistungsabfall litt. Das nächste Turnier in den USA stand kurz bevor und niemand konnte sich seinen Zustand erklären. Nach zahlreichen erfolglosen Arzt- und Physiotherapeuten-Besuchen wandte er sich schließlich an mich. Wir gingen zusammen auf den Platz und ich studierte seine Abschlagtechnik ausgiebig. Schnell hatte ich einen Verdacht und bat ihn, Schuhe und Strümpfe auszuziehen. Und siehe da — durch ein schlecht verheiltes Hühnerauge nahm er mit dem Fuß eine minimale Schonhaltung ein. Diese hatte Auswirkungen auf den ganzen Körper und führte schließlich zu einer verminderten Präzision beim Abschlag. Nachdem das Hühnerauge fachmännisch entfernt und die Wunde verheilt war, fand er sofort zu seiner früheren Leistungsfähigkeit zurück. Das Turnier hat er dann sogar gewonnen.

Was für einen Pro gut ist, kann für den Hobbygolfer nicht schlecht sein.

Wiese: Genau so sehe ich das. Daher gehe ich auch an jeden neuen Patienten heran, als ginge es für ihn um den ganz großen Turniersieg. Auch, wenn wir letztendlich „nur“ daran arbeiten, Fehler auszumerzen und die Technik zu verfeinern. Gleiches gilt natürlich auch für den ganz normalen Hotelgast: Auch hier stecke ich meine volle Aufmerksamkeit und mein ganzes Wissen in Diagnostik und Behandlung. Schmerzfreiheit und ein uneingeschränkt gutes Körpergefühl sind schließlich unsere höchsten Güter!

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Über Hartmut Wiese

  • Lizenzierter Sportphysiotherapeut des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Betreuer von Nationalmannschaften und Olympiakader: Los Angeles (1984), Seoul (1988)
  • Staatl. geprüfter Physiotherapeut (Ausbildung: 1980-1983)
  • Besitzer einer eigenen Praxis und Reha-Zentrum für Sportphysiotherapie in Paderborn (1984-1993)
  • Seit 1993 Personal Trainer und Medical Golfcoach bei Privatpersonen und Firmen sowohl national als auch international
  • Partner von qualifizierten Golf-Pros und renommierten Hotels
  • Power Plate Instructor

 

 

 

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